(Von Niko)

Montag, 31. Januar 2005, 06:10h, Frühstücksfernsehen des ZDF. Frage der Moderatorin an Luc Walpot in Baghdad: “Gibt es Hinweise auf Wahlfälschung?”

Hier sehen wir den gründlichen Arbeitsethos der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten am Werk. Während sich viele Kollegen darauf beschränken, Bilder von lachenden und feiernden Irakern zu zeigen, oder schlicht Implikation für die ganze Region zu untersuchen, reicht der Horizont eines ZDF-Redakteurs natürlich weiter. Er sieht Zusammenhänge und Muster, die sich nicht jedem Kollegen erschliessen. Nein, er versteht es gar als Pflicht, auch diese Aspekte der Wahl zu beleuchten, so unangenehm sie auch sein mögen.

Es könnte ja sein. Ist ja nur eine Frage. …

Sontag, 31. Jauar 2005, 06:15h,  Frühstücksfernsehen des ZDF. Die Schiedsrichteraffäre des DFB. Betroffen blickende Schiedsrichter und Funktionäre. Schwarze Schafe. Mayer-Vorfelder ist fassungslos. Die FIFA ist um Aufklärung bemüht.

Mayer-Vorfelder.

Kontext:

Nach den jüngsten Veröffentlichungen im Spiegel vom 22. April 2002 soll
der ehemalige Finanzminister Mayer-Vorfelder den Finanzbehörden nachträglich
mitgeteilt haben, dass er als VfB-Präsident von seinem Verein erheblich
mehr als die bereits bekannten ca. 600.000 DM erhalten hat.

Darüber hinaus liegt der SPD-Fraktion eine anonyme Anzeige vor, in der Anzeige
wegen Steuerhinterziehung gegen den ehemaligen Finanzminister
Mayer-Vorfelder mit der Begründung erstattet wird, dieser habe sich vom
VfB Stuttgart in der Zeit zwischen 1992 und 1996 insgesamt 250.000 DM
ausbezahlen lassen und diese Gelder nicht versteuert. Im Einzelnen werden
dazu in der anonymen Anzeige folgende Zahlen genannt: 20.000 DM im Jahr
1992, jeweils 100.000 DM in den Jahren 1993 und 1994 sowie 30.000 DM
im Jahr 1996.

FIFA.

Kontext:

Under first Joao Havelange, an autocratic Brazilian, and now, since 1998, his protege, the 66-year-old Swiss Sepp Blatter, himself a 27-year FIFA veteran, the presidency has become the all-powerful center of FIFA. The two men, their critics say, used a small cabinet of advisors, the game’s swelling coffers of television and marketing dollars, the power of patronage and FIFA’s own lack of transparency and accountability to circumvent its executive committee and administration to consolidate its policy and power base.

So assiduously and adeptly has it done this, in fact, that Blatter now stands accused of running “a dictatorship” and worse. What has been so damning to his credibility outside the soccer world is that the accusation has been made by FIFA’s second-highest official, Michel Zen-Ruffinen, its secretary general.

In a 21-page dossier containing 300 pages of evidence presented to FIFA’s executive committee early in May, Zen-Ruffinen accused Blatter of making unauthorized payments, covering up the extent of the losses from the bankruptcy in March 2001 of FIFA’s former marketing partner ISL/ISMM and running down FIFA’s finances through bad management.

On May 10, 11 of the 24 members of FIFA’s executive committee filed a criminal complaint against Blatter with Swiss authorities. Zen-Ruffinen turned over his dossier to them. The Swiss prosecutor has the power to bring criminal charges if he believes Swiss law has been broken. Zen-Ruffinen has since been gagged form speaking in public by FIFA’s executive committee–chaired by Blatter and on which he has majority support. Zen-Ruffinen’s administrative duties for FIFA’s finances have been turned over to Julio Grondona, president of the Argentine football association and a longstanding ally of Blatter.

Wir sind sicher, dass bei nächster Gelegenheit die Moderatorin des Frühstücksfernsehens Mayer-Vorfelder in einer Live-Schaltung fragen wird, ob sich Hoyzer ein Beispiel an der Führungsspitze von DFB und FIFA genommen hat.

Es könnte ja sein. Ist ja nur eine Frage.

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