(Von Paul13)
Nach dem überraschenden Erfolg des Hardliners Mahmud Ahmadinedschad sind die geschlagenen Reformer in Aufruhr. Offen bezichtigen sie die alten Cliquen des Ex-Milizionärs des Wahlbetrugs. Die Stimmung nach der Wahl ist explosiv.
[…] Ahmadinedschads Erfolg bei der Wahl hat alle Szenarien für die Stichwahl auf den Kopf gestellt. Vor der Wahl hatte man erwartet, dass es ein Rennen zwischen einem Reformer wie Moin und dem moderaten Geistlichen Rafsandschani geben werde. Nun steht der 70-Jährige Ex-Präsident plötzlich als Symbol der Weiterführung von Reformen und der Öffnung Irans gen Westen gegen einen Dogmatiker, der lieber zurück als vorwärts will.
Nein, so ein Zufall aber auch! Da staunt der SPIEGEL die Bauklötze ja gleich kistenweise, wie damals, als komischerweise immer dieser gräßlich sächselnde Honecker die Wahlen in der DDR gewann, und dann auch noch so hoch. Der verdutzten Welt den Hardliner Rafsandschani als gemäßigten Reformer präsentieren zu müssen, da sind die Mullahs bestimmt ganz doll traurig drüber.
Da haben sie natürlich nichts dran gedreht, denn was könnten sie nur für einen Vorteil davon haben, daß man den Atombombenfan und Israelhasser Rafsandschani im Alten Europa jetzt als Gemäßigten hofieren wird, dessen behutsame Öffnungsversuche vor dem Zugriff amerikanischer Neocons und deren nervigem Weltverbesserungsstreben geschützt werden muß?

