(Von Wuldorblogger)
Die neueste CNN / USA Today / Gallup-Umfrage ist da. Eine schöne Gelegenheit, in den nächsten Stunden die Berichterstattung darüber zu verfolgen. Denn: wie aufgrund der irakischen Wahl und der weitgehend positiv bewerteten “State of the Union”-Rede zu erwarten, haben sich Bushs Werte deutlich verbessert.
Bushs Zustimmungswerte sind von 51:46 Prozent auf 57:40 Prozent gestiegen – der beste Wert seit Januar 2004. Die Lage der Wirtschaft wird mit 50:47 positiv beurteilt, ebenso die Außenpolitik mit 51:44 (vor einem Monat noch 47:49). Auch die Lage im Irak wird erstmals seit März 2004 wieder positiv bewertet: 50:48 (statt 42:56 in der Januar-Umfrage). 64 % halten die Errichtung einer Demokratie im Irak für sehr oder relativ wahrscheinlich (vor einem Monat 47 %).
Und eine Zahl schreit gerade zu nach einer Schlagzeile. Denn eine deutliche Mehrheit der Amerikaner hält es nun nicht mehr für einen Fehler, den Krieg begonnen zu haben. Sahen im Januar noch 52 % den Krieg als Fehler und 47 % nicht, sind nun nur noch 45 % davon überzeugt, daß er falsch war, 55 % dagegen denken, er war richtig. Und als Sahnehäubchen noch ein pikantes Detail obendrauf (Sahne – pikant? OK, ein schlechtes Bild): Bushs Sympathiewerte übertreffen mit 59:39 die des in Deutschland ex post so beliebten Bill Clinton (56:41).
Bevor nun die obligatorischen Einwände kommen: Natürlich, es ist eine Momentaufnahme. Die aktuellen Umstände haben Bush genutzt. Das Pendel kann schon bald wieder andersherum ausschwingen. Darum geht es mir auch gar nicht.
Ich bin nur vielmehr gespannt, ob die deutschen Medien, allen voran die Leutchen bei Spiegel Online, die sich stets befleißigen in großen Lettern zu verkünden, wenn Bushs Werte sinken oder die Mehrheit der Amerikaner den Irak-Krieg als Fehler bezeichnet, über diese positiven Werte ähnlich berichten werden. Im Verlauf des letztjährigen Wahlkampfs war das nicht der Fall. Lassen wir uns also mal überraschen…

